Was wir unfreiwillig in der Kindheit gelernt haben

und was für einen enormen Einfluss dies nach wie vor auf unser Leben hat. Unwissentlich. Denn es ist in unserem Unterbewusstsein verborgen und treibt von dort aus heimlich sein Unwesen.

Zuerst ein paar Dinge, die ich als Kind gelernt habe und die in meiner Umgebung durchwegs verbreitet waren. Vielleicht kommt dir das eine oder andere bekannt vor. . .

Meine Gene habe ich von meinen Eltern geerbt. Dadurch ist mein körperliches Erscheinungsbild ein Mix aus meinen Eltern, irgendwie. Wenn ich mich unerwünscht verhielt, kam es vor, dass es hieß, dass ich dies von meinem Vater geerbt hab. Also kann ich die Augenbrauen von meinem Vater erben, genauso wie laut schreien. Okay, ist dann halt so und wird auch so bleiben. Hab ich ja geerbt.
Viele Dinge werden deshalb so gemacht, weil sie halt so gemacht werden. Auch sind viele Dinge halt, wie sie sind und ich kann nichts daran ändern. Auch wenn ich sie total unfair finde.
Ich kann Glück oder auch Pech haben. Auf den, der das entscheidet, habe ich keinen Einfluss. Das passiert mir einfach.
Jeder Mensch sündigt, von Anfang an, deshalb müssen wir alle beichten gehen. Danach mussten wir einmal das Vaterunser beten oder so. Was das bringen sollte, erschloss sich mir nicht.
In der Schule war es wichtig, brav zu sein und gute Noten zu schreiben. Schließlich sollte ich was G’scheites lernen, damit ich dann ein gutes Leben habe.

Hm, naja, wie soll ich sagen. So gut bin ich damit nicht unbedingt gefahren. Und dies sind nur jene Dinge, die mir schon immer auf eine Art bewusst waren. Zumindest, dass ich sie mal gelernt hatte, ohne deren Tragweite zu erahnen.
Richtig spannend wird es allerdings, wenn eine Tür ins ominöse Unbekannte, ins sogenannte Unterbewusstsein, aufgeht.

Die neuere Gehirnforschung liefert dazu interessante Ergebnisse. Deren Aussage zufolge, benutze ich nur 5-10% meiner Gehirnkapazität, um diesen Text hier zu schreiben. Was macht bloß die restliche Masse in meinem Hirn??

Was ist in meinem Unterbewusstsein alles drin?
Und wie kommt es dort hin?

Bruce Lipton vergleicht das Gehirn gern mit einer Festplatte, auf der unterschiedliche Programme und Filme (Erinnerungen) abgespeichert werden. Im Gegensatz zum Computer benötigt unser Hirn entweder Wiederholungen oder ein Erlebnis mit intensiven Emotionen, damit es auch drinnen bleibt. Ein Beispiel, wo uns diese Funktion dienlich ist, ist das Autofahren. Vom Gas weggehen, Kupplung treten, in den höheren Gang schalten, sachte Kupplung loslassen und währenddessen wieder Gas geben, geht inzwischen automatisch. Das wäre sonst ziemlich anstrengend. . . und wir hätten weniger Zeit, um uns über andere Autofahrer aufzuregen ; )

Es gibt allerdings auch Dinge, die ihren Weg in unser Hirn gefunden haben, die besser draußen geblieben wären. Besonders interessant sind diesbezüglich die ersten Jahre unseres Lebens.
Wenn wir auf die Welt kommen, funktioniert schreien, trinken, kacken und nach dem kleinen Finger von Mama und Papa greifen schon mal von selber. Ist wichtig, weil das sichert zu dieser Zeit unser Überleben.

Aber sonst ist in unserem Hirn noch nicht viel los.

Wir haben noch keine Ahnung, was ein Häferl ist, wie eine Schere verwendet wird oder für was das Klopapier gedacht ist, das man so schön in der ganzen Wohnung verteilen kann.
Indem wir alles beobachten, lernen wir nach und nach, wie die Welt um uns herum funktioniert. Und sobald wir krabbeln können, untersuchen wir die Welt auf eigenen Fäusten. Wir versuchen sie zu begreifen, indem wir die Dinge angreifen und in den Mund stecken.

Hier steckt schon die wichtigste Information drin:

Wir lernen, wie die Welt um uns herum funktioniert.

Wachsen wir in einem kleinen Dorf mitten im Wald auf, lernen wir zuerst, welche Pflanzen wir nicht in den Mund stecken dürfen. Ein Auto kennen wir nicht. Wachsen wir dagegen in einer Großstadt auf – pass auf die Autos auf!

Bis hierher ist für mich leicht nachvollziehbar, dass dies eine geniale Sache ist.

Nicht mehr so genial ist es, wenn unbedachte Äußerungen wie „du bist zu klein, du kannst das nicht“ hinzu kommen. Denn auch das nimmt das Kleinkind als gegeben an. Der Grund dafür ist, dass laut Forschung das Gehirn des Kindes in den ersten 5-7 Lebensjahren im Bereich der Theta- und Alpha-Wellen schwingt. Dh zu Beginn des Lebens ist das Gehirn wie in einem Trancezustand, das alles von seiner Umwelt wie ein Schwamm aufsaugt. Dies erklärt auch die enorme Lernfähigkeit in diesem Alter.

Das Blöde daran ist, dass das Kind alles übernimmt, was sein Umfeld ihm oft genug sagt oder vorlebt. Es ist noch nicht in der Lage, die Aussagen der Eltern mit seinem Inneren abzugleichen und zu überprüfen, ob sich das stimmig anfühlt oder nicht. Geschweige denn kann es den Eltern sagen: „Nein, es stimmt nicht, dass ich nicht auf die Schaukel hinauf komm, weil ich zu klein bin. Ich finde schon einen Weg, wie ich da rauf komm. In diesem Fall seid eh ihr da, um mich hinauf zu heben. Also los!“

Stattdessen speichert der kleine Michi in seinem Unterbewusstsein ab, dass er ES nicht kann, weil er zu klein ist. Irgendwann fällt der Teil „ich bin zu klein“ weg und Michael wundert sich, warum er mit 35 noch immer nichts auf die Reihe bekommen hat. Obwohl er was G’scheites studiert hat.

„Ich bin zu klein, ich kann das nicht“ hat heimlich sein Unwesen getrieben.

Dies war leider nur ein kleines Beispiel, wie wir von einer vermeintlichen Kleinigkeit einschneidend beeinflusst werden können, ohne davon irgendetwas mitzubekommen.

Was glaubst du, was für unbeabsichtigte „Wahrheiten“ wir noch so abgespeichert haben?

Von wem hast du gelernt, wie Partnerschaft funktioniert? – Ein kleiner Hinweis: Wie sind deine Eltern miteinander umgegangen? Gab es überhaupt eine Partnerschaft?

Ist das Leben ein spannendes Abenteuer? Oder ist es immer nur ein Kampf?

War immer genug Geld da? Oder war das viele Geld Fluch und Segen zugleich?

Kam zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen? – Schlussfolgerung: Arbeit ist kein Vergnügen. Wie sehr ist deine Arbeit ein Vergnügen für dich?

War auf die Männer Verlass?

Dies sind „nur“ all die Konzepte, die wir als Kind von unserem Umfeld aufgenommen haben. Was glaubst du, kommt hier noch dazu,

  • wenn Eltern überfordert sind, aus welchem Grund auch immer?
  • wenn jemand psychisch und/oder physisch missbraucht wurde?
  • wenn die Eltern selbst schwer traumatisiert sind?

Ich kann mir vorstellen, dass der Gedanke, dass wir alle mehr oder weniger verletzte Kinder sind, die nach wie vor maßgeblich von unserer frühesten Kindheit stark beeinflusst (um nicht zu sagen gesteuert) werden, zuerst erschreckend ist. Es wäre ja schon wirklich extrem oag, wenn das wahr wäre. So oag, dass es schwer zu glauben ist.

Mir ging es zumindest lange Zeit so, dass ich es nicht fassen konnte, was ich so alles in meinem Untergrund gefunden hatte und dass dies wirklich so enorm auf mein bisheriges Leben eingewirkt hatte.

Und jetzt kommt endlich die gute Nachricht:

Als ich dieses Ausmaß an Verletzung, Verkorkstheit und Irrglauben endlich wahrhaben konnte, hat sich mein Leben grundlegend geändert. Ich brauch mich nicht mehr dafür zu verurteilen, dass ich noch nichts auf die Reihe gebracht hab. Ich brauch kein 7-Schritte-Programm zu mehr Selbstliebe. Ich brauch auch kein Seminar, um richtig vergeben zu lernen. Ich brauch mich nur daran erinnern, dass in uns allen ein mehr oder weniger verletztes Kind steckt.

Was wäre, wenn wir damit aufhörten, uns gegenseitig zu verurteilen?
Was wäre, wenn wir damit aufhörten, uns gegenseitig die Schuld dafür zu geben, wenn wir uns verletzt fühlen?
Was wäre, wenn wir aufhörten, uns für unsere Verletzungen zu schämen?

Dann fangen wir an, uns zu zeigen, wie wir wirklich sind.
Dann fangen wir an, den anderen zu sehen, wie er wirklich ist.
Dann fangen wir an, einander wahrhaftig zu begegnen.

Anstatt uns zu bekämpfen, unterstützen wir einander.
Anstatt uns gegenseitig nieder zu machen, ermutigen wir uns.
Anstatt uns von einander abzuwenden, öffnen wir unsere Herzen füreinander.

Heilung setzt ein. Innerer Friede kommt auf. Ein wundervolles, herzerfülltes Miteinander entsteht. Äußerer Friede wird möglich.

Weitere Infos zur „neueren“ Gehirnforschung findest du ua bei:

Dr Joe Dispenza – Wissenschaft der Spontanheilung – https://drjoedispenza.com/
Interview von Lewis Howes: https://youtu.be/D8C3HZpWKAM

Bruce H. Lipton, PhD – Zellbiologe, Epigenetik – https://www.brucelipton.com
Interview von London Real – The Biology of Belief: https://youtu.be/GCG1zj3mxOw
Interview von Welt im Wandel.TV – Die Macht unseres Unterbewusstseins (deutsche Untertitel) – https://youtu.be/n-7aFiuxAo0

Dr Dr Gerald Hüther – Deutschsprachiger Gehirnforscher – https://www.gerald-huether.de/
Vortrag – Als Mann ein Liebender werden – https://youtu.be/4rIWgIBHK80

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